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Drupal oder Joomla für mein Vorhaben?

Eingetragen von lovher (4)
am 05.12.2012 - 14:30 Uhr in
  • Anfängerfragen

Hallo Zusammen,

ich komme mit einem ganz generellen Anliegen, habe ein geplantes Projekt und bin nicht ganz schlüssig, welches CMS am ehesten hierfür in Frage kommt.
Mit Drupal habe ich bislang noch keine Website erstellt, mit Joomla allerdings schon einige. Meine HTML, CSS usw. Kenntnisse sind würde ich sagen "mittelmäßig".

Nun der Plan. Die Website soll eine Art Kennenlern-Community werden. Veranstaltungen sollen von Besuchern erstellt und Bilder zu den jeweiligen Veranstaltungen der Nutzer hochgeladen werden. Hinter den Bildern, "verstecken" sich User, die gern andere Personen kennen lernen möchten. Um diesen User allerdings kennen zu lernen, müsste sich der jeweils andere registrieren. Ob das kostenpflichtig wird, oder nicht, ist noch nicht ganz klar. Eventuell müsste hier also auch noch eine zusätzliche Komponente installiert werden.

Meine Frage nun an euch:
Bin ich bei Drupal mit diesem Projekt besser aufgehoben als bei Joomla? ... und wie verhält es sich mit der Einarbeitungszeit mit Drupal?

Ich bin gespannt auf Meinungen und sage jetzt schon VIELEN DANK!

‹ Taxonomy Beschreibung Zeilenumbrüche funktionieren nicht ›
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Themen wie Drupal vs Jooma,

Eingetragen von Genesis (597)
am 05.12.2012 - 15:02 Uhr

Themen wie Drupal vs Jooma, Drupal vs Wordpress, Wordpress vs Joomla, oder Drupal vs eigenes Framework und Entwicklung, und ähnliche gibt es wirklich wie Sand am Meer und eventuell sogar mehr. Und wie immer lautet die Antwort - Es ist eine Abwägung von Vor- und Nachteilen und zu einem guten stück auch eine Sache der persönlichen Präferenzen. Vor allem aber ist es eine Frage der Zielsetzung und der daraus resultierenden Ansprüche.

Ich bin nun niemand der sagen würde groß Erfahrung mit Joomla zu haben, und wahrscheinlich ist man dort auch in der jeweiligen Community besser aufgehoben wenn es um Fragen zu deren CMS geht. Joomla und Drupal zu vergleichen ist wie ein Brot und einen Apfel zu vergleichen. Beides kann man essen, beides sättigt, aber im Grunde sind sie etwas vollkommen anderes. Die Ansätze, der Aufbau, die Möglichkeit, die Zielsetzung und das Publikum sind ganz andere. Daher sollte die Frage nicht lauten, kann ich mein Projekt damit realisieren, denn das wird wohl auf die ein oder andere Art mit beiden CMS, bzw. CMF funktionieren, aber eben auf andere Art und mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die Frage muss lauten, was brauche ich, was traue ich mir zu, und wo will ich hin?

Wenn du noch nie mit Drupal gearbeitet hast, dann ist es ambitioniert gleich mit einer Community anfangen zu wollen. Ich baue selbst gerade ein großes Community-Projekt mit vielen Möglichkeiten auf, und bin aktuell bei +-100 aktiven Modulen und meine Style-CSS ist irgendwo bei Zeile 2500. Von Custom Code und derlei Dingen fange ich erst gar nicht an. Eine Community ist immer komplex, vor allem wenn man bestimmte Funktionen bereit stellen will. Nun ist Drupal im Grundsatz schon kein CMS was man mit Knopfdruck installiert, und dann funktioniert alles. Drupal ist ein extrem modulares CMS und einige dieser Module sind mächtig, komplex und essentiell. Das muss man lernen, da muss man sich mit beschäftigen, und das dauert nun mal. Einfach mal anfangen ist da nicht, das wird in die Hose gehen.

Ich behaupte jetzt mal, dass die Möglichkeiten, gerade unter der Haube und im Resultat, von Drupal exorbitant höher sind als die von Joomla, aber wie ich schon sagte, es ist eine Frage der Zielsetzung. Im Gegenzug ist Joomla ein CMS was man installiert, und was zumindest im Grundsatz voll einsatzfähig ist. Addons sind meist so aufgebaut, dass sie sich voll ins System integrieren und damit auch leichter zu installieren und pflegen sind. Dafür ist die Anpassung eingeschränkter und wer mehr als das will, der wird schnell an Grenzen stoßen. Drupal bietet viele Möglichkeiten, aber Drupal bedeutet auch Arbeit, viel lernen, einige Rückschläge, noch mehr lernen und Arbeit, viel Erfahrung, und man muss vor allem bereit sein sich einzulesen und sich Antworten durchaus selbst zu suchen.

Wenn du mich fragst - Dein Projekt ist mit Drupal locker umsetzbar, aber rechne mal +-6 Monate, damit du dich in alles wichtige eingearbeitet hast, und du auch weißt welche Module du wirklich für dein Projekt brauchst. Nicht jedes Drupal-Modul was fürs eigene Projekt geeignet aussieht, ist dass auch wirklich. Und das braucht einfach Erfahrung, die ist durch nichts zu ersetzen. Eine schnelle Lösung ist Drupal deswegen nicht, aber von meiner Warte aus die deutlich nachhaltigere, wenn ihr mit eurem Projekt weiter als Standard wollt.

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Hallo Genesis, VIELEN DANK

Eingetragen von lovher (4)
am 05.12.2012 - 15:10 Uhr

Hallo Genesis,

VIELEN DANK FÜR DIE UMFANGREICHE ANTWORT!
Damit kann ich sicher etwas anfangen und habe deine Zeilen interessiert gelesen. Es ist wirklich schwer zu sagen, welches System für mich, mein Vorhaben und mein minimales Drupal Know-How eher in Frage kommt. Zudem ist solch eine Community wohl wirklich sehr ambitioniert um sich in eine neue Oberfläche einzuarbeiten. Die geschätzte Einarbeitungszeit hierfür ist aber warscheinlich zu lange, weshalb es wohl klüger wäre, das Projekt vorerst mit dem guten alten Joomla zu realisieren und sich stattdessen erstmal Schritt für Schritt mit einem Testprojekt mit Drupal zu befassen.

viele Grüße!
Lovher

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Joomla wäre in diesem Fall nicht die 1. Wahl

Eingetragen von glycid (921)
am 05.12.2012 - 15:51 Uhr
lovher schrieb

Die geschätzte Einarbeitungszeit hierfür ist aber warscheinlich zu lange, weshalb es wohl klüger wäre, das Projekt vorerst mit dem guten alten Joomla zu realisieren

Ich denke, die Strategie, eine Community- Plattform erstmal mit Joomla zu projektieren, sich parallel dazu in Drupal einzuarbeiten, um es letztlich zu migrieren, ist gelinde gesagt unklug.

Natürlich liegt es für dich momentan nah, Joomla einzusetzen. Du kennst es schon und es ist relativ simpel zu händeln. Das ist aber auch schon alles, was dafür spricht! Hinsichtlich der Funktionen, die eine Community deiner Vorstellung benötigt, wirst du sehr bald an die Grenzen von Joomla stoßen. Und wenn das Projekt erfolgreich werden soll, kannst du es dir nicht erlauben, dass deine Mitglieder unzufrieden sind.

Drupal hingegen ist mit den zur Verfügung stehenden Modulen prädestiniert für Community- Projekte. Früher oder später wirst du an den Punkt kommen, Drupal oder ein anderes geeignetes System einzusetzen. Dann musst du:

  • sowieso eine neue Plattform entwickeln
  • die ganzen Daten, Accounts etc. migrieren
  • deine User an eine neue Usability, an neue Funktionen, Features u.s.w. gewöhnen

Dann nimm lieber gleich eine stärkere Lernkurve für Drupal in Kauf und häng dich rein. Das ist allemal effizienter als mit Joomla zu projektieren, dann mit Drupal oder was anderem wieder neu zu entwickeln und die unsägliche Arbeit, sämtliche Inhalte zu transferieren zu müssen.

Ich denke, das es bei deinem Projekt ohnehin keinen Termindruck gibt oder? Dann nimm lieber gleich Drupal und lass es halt länger dauern. Sowas kann man auch als Neuling in 3-4 Monaten schaffen. Packs an!

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ehrlich gesagt habe ich kaum

Eingetragen von lovher (4)
am 05.12.2012 - 16:27 Uhr

ehrlich gesagt habe ich kaum mit solch guten Antworten gerechnet. Ich denke noch etwas über die Möglichkeiten nach und hoffe dann, keinen Fehler zu begehen! ;-)

Danke euch!

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lovher schrieb Nun der Plan.

Eingetragen von caw (2762)
am 05.12.2012 - 16:34 Uhr
lovher schrieb

Nun der Plan. Die Website soll eine Art Kennenlern-Community werden. Veranstaltungen sollen von Besuchern erstellt und Bilder zu den jeweiligen Veranstaltungen der Nutzer hochgeladen werden. Hinter den Bildern, "verstecken" sich User, die gern andere Personen kennen lernen möchten. Um diesen User allerdings kennen zu lernen, müsste sich der jeweils andere registrieren. Ob das kostenpflichtig wird, oder nicht, ist noch nicht ganz klar. Eventuell müsste hier also auch noch eine zusätzliche Komponente installiert werden.

also für diese funktionen gehts mit drupal relativ einfach. rechtevergabe, inhaltstypen, views, evtl. user_relationshsip, dann ein evtl ein abosystem (moneyscripts.net oder com), bilder kann man verschieden umsetzen,profile...
aber einarbeiten mußt du dich schon oder lassen machen.
ansonsten joomla mit cb oder social solchen komponenten geht schneller.

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caw schrieb also für diese

Eingetragen von glycid (921)
am 05.12.2012 - 17:44 Uhr
caw schrieb

also für diese funktionen gehts mit drupal relativ einfach

Naja, bei Projekten, die nicht von vornherein bis in's kleinste Detail konzipiert sind, kommt im Verlauf doch immer noch einiges hinzu. Gerade bei Communitys. Was lovher da so beschreibt, klingt schon wie ne kleine Dating- Plattform und ist sicher nicht so trivial, wie es vllt. auf den ersten Blick scheinen mag.

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^ That's what I meant!Du

Eingetragen von Genesis (597)
am 06.12.2012 - 13:55 Uhr

^ That's what I meant!

Du musst bei Drupal, gerade bei solchen Projekten, wissen was wie funktioniert. Du musst die Module kennen, welche du einsetzen willst, du musst wissen wie sie funktionieren, welche Macken sie haben, und welche zusätzlichen Module du brauchst. Das ist gerade bei Drupal extrem essentiell. Deswegen - Nichts ist durch Erfahrung zu ersetzten. Ich selbst nutze Drupal nun seit +-5 Jahren, und ich habe lange gebraucht um zu wissen wie ich nach B komme, wenn ich bei A stehe. Bei Standard-Modulen geht das alles noch, aber wenn du spezifischer wirst, und ans Eingemachte willst, dann musst du wissen was du tust. Und du musst das vor dem Projekt wissen. Das Projekt was ich aktuell umsetze ist zwar ein privates, daher nur nebenbei, aber es ist recht komplex, und ich sitze da nun schon gute 4 Monate dran. Wenn man da vorher nicht weiß wie man wo hin kommt, und vor allem auch, wie drupal im Kern funktioniert (Hooks, Preprocessing, API, Template Suggestions, Taxonomie, Views, CCK), dann wirst du irgendwann auf halber Strecke merken, dass du Mist gemacht hast, und dann geht's von vorne los. Das wird insbesondere dann problematisch, und vor allem auch unprofessionell, wenn es um Geld und damit auch um Zeit geht.

Ich will hier niemanden verschrecken, und ich bin gewiss keiner der wirklich guten Drupal Experten, ich bin ja nicht mal PHPler, aber ich bin so lange dabei, um zu wissen, dass Drupal extrem mächtig ist, dass aber eben das auch seinen Preis hat. Es gibt ja nicht ohne Grund Drupal-Experten. Ja mai, es gibt sogar Leute, die spezialisieren sich auf Kernbereiche von Drupal, weils so komplex ist. Performance zum Bleistift. Drupal ist keine Wissenschaft, und jeder kanns lernen, je nach Erfahrung und Background sogar schneller als andere, aber es ist nichts was einem zufliegt. Ich weiß nicht wie viele stunden ich schon mit dem Wälzen von Issues, Lesen von Dokumentationen, Schauen von Videos und vor allem auch mit Trial and Error verbracht habe, aber es waren verdammt viele. Bei trivialen Problemen kannst du ja noch die Community fragen, aber wenn's dann an die Substanz geht, dann gibt es eben auch nicht mehr so viele die wissen wie es geht, oder sie erwarten zu Recht, dass man es sich beibringt, weil sie ihr Geld damit verdienen, oder die Lösung zu erklären Zeit kostet.

Also, ich will wirklich niemanden verschrecken, und man kann das wirklich alles lernen, und wenn man es kann, dann ist Drupal wirklich genial, aber gerade bei der Frage von Joomla und Drupal muss man eben auch klar auf die Unterschiede hinweisen. Und da liegt der Vergleich von Windows, was mit einem Knopf installiert ist, und einem selbst aufgelegtem Linux vom Kernel an, recht nahe. Ohne das in irgendeiner Form abwertend zu meinen, oder eines von beidem besser oder schlechter zu machen. Beide haben sie ihre Daseinsberechtigung, sie sprechen nur ein anderes Publikum an, und verfolgen andere Ziele. Dessen muss man sich bewusst sein. Wie gesagt, eine Frage der Zielsetzung.

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kurze Zusammenfassung

Eingetragen von ronald (3857)
am 06.12.2012 - 07:00 Uhr

wenn du etwas ausgefuchstes super tolles willst, und ein bisschen Zeit hast, nimm Drupal.
Wenn es aber schnell gehen muss, egal wie, nimm das, was du am besten kennst.

Drupal ist anders. Darauf muss man sich einlassen.
Mit der Erfahrung aus anderen CMS kommt man oft nicht weiter, weil die Konzepte anders sind.

Das Drupalkonzept ist extrem flexibel - ich möchte mal behaupten, es gibt nichts, was damit nicht lösbar wäre.

Aber man muss sich darauf einlassen, damit Erfahrung machen, und es dann einsetzen.

Wenn du mehr über Drupal erfahren willst, sieh dir die Videotutorials von nodeone.se an.

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Also das Forum und seine User

Eingetragen von lovher (4)
am 06.12.2012 - 13:33 Uhr

Also das Forum und seine User punkten schonmal auf ganzer Linie! ;)
Vielen Dank für die wertvollen Tipps und Denkanstöße! Ich lasse mir das Ganze nochmals durch den Kopf gehen und erstatte dann Meldung was das Fazit angeht!

lg
Lovher

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